Die 2. Saison ist die schwerste

NAWARO

Während die Spielerinnen von NawaRo Straubing mit Ausnahme von Celin Stöhr – die sich für die Nationalmannschaft fit hält - in den wohlverdienten Urlaub gegangen sind bzw. sich wieder auf Studium und Arbeit konzentrieren, stecken Managerin Ingrid Senft und ihr Team in der heißen Phase der Saisonvorbereitungen. Jetzt heißt es intensiv zu arbeiten, um den Grundstein für die neue Saison zu legen, aber auch die vorangegangene zu analysieren.

Wie fällt deine Bilanz der vergangenen Spielzeit aus?
Senft: Rein sportlich haben wir unser Saisonziel trotz ein paar kleinen Stolpersteinen sicher erreicht und uns dabei auch weitestgehend in unserem wirtschaftlichen Rahmen bewegt. Wie in jedem Unternehmen gibt es ein paar Parameter, die nicht zu 100% im Detail planbar sind und ein paar Hausaufgaben müssen wir noch machen, aber wir können zuversichtlich in die Zukunft blicken und für Jahr zwei in der 1. Volleyball Bundesliga planen. Sehr positiv stimmt mich auch die Entwicklung der Volleyball Bundesliga insgesamt. Die deutlich gestiegene TV- und Medienpräsenz national durch die neuen Ligapartner sporttotal.tv und Sport1 bringt unseren Sport richtig voran. Es ist toll zu sehen, dass sich die Anstrengungen der vergangenen Jahre im Zuge des viel umstrittenen Masterplans der Liga beispielsweise und auch individuell am Standort langsam auszahlen.

 

Wie laufen denn die Planungen für die neue Saison?
Senft: Wir kommen gut voran – sportlich und wirtschaftlich. Mit Lisa Izquierdo und Sophie Dreblow konnten wir schon zwei unserer Wunschspielerinnen des aktuellen Kaders weiter verpflichten. Mit weiteren Schlüsselspielerinnen sind wir in sehr guten Gesprächen. Hier kann es aber noch 2, 3 Wochen dauern. Durch ihre sehr guten Leistungen und ihre Entwicklung hier klopfen auch andere Clubs bei den Mädels an und wir werden wirtschaftlich eine Schippe drauflegen müssen – im Spielerbereich und auch in der Organisation.

Fast alle unsere Partner haben ihre Verträge verlängert, sodass wir einen soliden Grundetat haben. Auch erste neue Werbepartner konnten wir schon gewinnen. Aber bis zum angepeilten Etat liegt noch ein hartes Stück Arbeit vor uns.

 

Das klingt nicht gerade nach einem ruhigen Sommer. Wie gehen Sie diese Herausforderung an?
Senft: Das ist in der Tat eine große Herausforderung! Aber das war jede Saison, seit ich in Verantwortung bin. Und auch alle davor. So ist das im Sport. In dieser Saison haben wir gezeigt, dass Volleyball in der 1. Bundesliga in Straubing möglich ist. Mit minimalen Mitteln. Hier meine ich jetzt vor allem im Bereich Infrastruktur und Organisation. Mit 1,5 Stellen im Management / Geschäftsstelle waren wir ständig im „roten Bereich“. Es hat unheimlich Spaß gemacht und war für heuer auch richtig. Aber für eine nachhaltige Entwicklung und die neuen Aufgabenstellungen werden wir breiter und etwas verändert aufstellen müssen. Auch um den ständig anwachsenden Forderungen der Liga zu genügen.

 

Wie wird diese Umstellung in der Organisation aussehen? Gibt es hier schon konkrete Ansätze?
Senft: Ja, die gibt es. Wir bauen grundsätzlich auf der bewährten Grundstruktur auf und werden punktuell Aufgabenbereiche neu strukturieren und Abläufe optimieren. Courtney Sennebogen beispielsweise, die in der vergangenen Saison bereits erste Teilbereiche im Teammanagement Aufgaben übernommen hat, hat ihr Engagement für NawaRo ausgebaut, unterstützt noch mehr in der Geschäftsstelle und übernimmt eigene Verantwortungsbereiche. Auch unser bisheriger Kapitän Danica Markovic wird uns stundenweise im Büro unterstützen. Als ehemalige NawaRo-Spielerinnen kennen sie Club, Liga und das „Geschäft“, wissen, worauf es ankommt. Beide sind mit absolutem Herzblut dabei und die gemeinsame Arbeit macht unheimlich Spaß! Beide können das Tagesgeschäft auch mit managen und uns damit auch die nötigen Freiräume schaffen im Vermarktung und Partneransprache und -Betreuung. Das kam bislang durch die Fülle der alltäglichen Aufgaben in einem Betrieb teilweise zu kurz. Hier hatten wir im bisher Unterstützung von freien Mitarbeitern, sind jetzt aber an einem Punkt angelangt, an dem wir erkennen müssen, dass es Zeit für strukturelle Änderungen ist, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben und die finanziellen Mittel effizienter zu verwenden. Und das ist neben dem sportlichen Bereich das Know-how für alle Aufgabenbereiche eines Bundesliga-Standorts in der Geschäftsstelle auf breitere Beine zu stellen. Und damit auch auf die von der Liga vorgegebenen zwei Stellen im Bereich Management zu kommen. Das ist essentiell für eine nachhaltige Entwicklung.


Wo sehen Sie sonst noch „Luft nach oben“?
In vielen Dingen. Nicht zufriedenstellend waren für mich beispielsweise die Besucherzahlen. Hier müssen wir deutlich aktiver außerhalb der turmair Volleyballarena werden. Interessant ist, wir ziehen immer mehr Fans aus ganz Ostbayern an, jedoch aus unserem Stammbereich hier in Stadt stagniert der Zuschauerzuspruch. Hier müssen wir ansetzen und wieder eine engere Bindung schaffen. Auch das haben wir mit dem neuen Team in der Geschäftsstelle bereits besprochen und einige Projekte angeschoben.

Im sportlichen Bereich ist unsere Trainingssituation derzeit verbesserungswürdig. Vor allem unsere Trainingszeiten in der turmair Volleyballarena sind zu wenig, um dort unseren Heimvorteil ausspielen zu können. Hier sind wir aber in sehr guten Gesprächen mit der Stadt und guter Dinge, dass wir hier Verbesserungen erreichen.