„Jo-Jo-Saison“ von NawaRo endet mit emotionaler Abschlussfeier

NAWARO

Sportlich und mit vielen Emotionen haben Spielerinnen, Verantwortliche, Sponsorpartner und Fans von NawaRo Straubing am Sonntagnachmittag im Sommerkeller die Saison ausklingen lassen. Neben emotionalen Abschieden gab es auch zwei Vertragsverlängerungen zu bejubeln.

Doch bevor es zum offiziellen Teil kam, stand zunächst ein Abstecher für Spielerinnen und Sponsorpartner in eine andere Sportart auf dem Programm. Thomas Fischer vom Biathloncamp seines Vaters Fritz Fischer hatte im Biergarten des Sommerkellers einen Biathlon-Parcours aufgebaut und führte die Teilnehmer unterhaltsam in die Sportart Biathlon ein. Insgesamt acht Teams gingen ins Rennen. Jeweils eine Spielerin und ein Sponsorpartner standen dabei in einer Mixedstaffel am Start. Am Ende besiegten im Finale Libera Sophie Dreblow und Stadtrat Andreas Fuchs das Team von Lena Große Scharmann und Mathias Lehner von der Werbeagentur team Elgato und durften sich als Siegerinnen des 1. NawaRo Biathlons der Geschichte feiern lassen.

Libera Dreblow und Außenangreiferin Izquierdo verlängern

Für Sophie Dreblow und die Fans gab es danach im offiziellen Teil gleich noch einmal Grund zum Jubeln. Die Libera gewann nicht nur den Triathlon, sondern wird auch in der kommenden Saison für NawaRo auf dem Feld stehen. „Mir gefällt es hier super gut“, so Dreblow. „Hier kann ich mich super als Spielerin und Mensch entwickeln. Ich freue mich schon jetzt auf die neue Saison.“ Das tut auch Außenangreiferin Lisa Izquierdo. Die Annahmechefin von NawaRo hat ihren Kontrakt bei NawaRo um zwei weitere Spielzeiten verlängert. „Ich fühle mich hier sehr wohl und werde über den Sommer alles daransetzen, um meine alte Spielstärke wieder zu erlangen“, so Izquierdo. „Derzeit bin ich bei etwa 75 Prozent angekommen. Das soll sich ändern und hier in Straubing finde ich dafür die besten Voraussetzungen“, so Izquierdo.

Die Gesundheit spielte auch bei Kapitän Danica Markovic eine Rolle. Sie musste mit vielen Tränen bekannt geben, dass es vorerst nicht mehr weitergeht als Spielerin. „Es ist noch nicht sicher, ob ich es bis zum Sommer schaffe wieder fit zu werden“, so Markovic, die mit großen Rückenproblemen zu kämpfen hat. „Mein Herz sagt ja das schaffe ich, aber mein Kopf weiß, dass ich hier realistisch sein muss.“ Doch Markovic wird dem Verein erhalten bleiben in anderer Funktion „nah bei der Mannschaft“, erklärt Trainer Benedikt Frank. „Ich sage auch ausdrücklich, dass das nicht das Ende der Spielerkarriere von Dani ist“, so Frank. „Wir wissen aber auch, dass wir jetzt Geduld brauchen und nichts überstürzen dürfen“, so der Coach, der mit Franziska Liebschner eine weitere verdiente NawaRo Spielerin verabschieden musste. „Franzi hat uns in den vergangenen Jahren sehr viel Freude bereitet und ist eine der Spielerinnen gewesen, die wie kaum eine andere für NawaRo stand. Sie hat es aus der eigenen Jugend bis in die erste Mannschaft und im vergangenen Jahr auch in die 1. Bundesliga geschafft“, so Frank. „Wir haben im Gespräch vor ein paar Tagen dann aber auch besprochen, dass jetzt wohl das Limit erreicht ist. Zudem möchte sich Franzi auch auf ihr Studium konzentrieren. Ich bin stolz auf Franzi, was sie alles erreicht hat und wünsche ihr für die Zukunft alles Gute.“ Für Liebschner geht damit auch ein Abschnitt in ihrem Leben zu Ende. „Ich bin dem Verein sehr dankbar für die vielen Dinge, die ich erleben durfte“, so die sichtlich bewegte Außenangreiferin. „Jetzt ist es aber an der Zeit den Fokus auf mein Studium zu legen und ein neues Kapitel aufzuschlagen.“ Liebschner versprach regelmäßig bei NawaRo vorbeizuschauen. „NawaRo hat einen Platz in meinem Herzen und Liebschner auch in dem der Fans. So ging ihr Trikot bei der Versteigerung nach einem spannenden Bieterduell für 150 Euro an Edelfan Mirko Schirmer.

Trainer Frank: „Das war eine Jo-Jo-Saison“

Im Rahmen der Saisonabschlussfeier blickte NawaRo-Coach Frank auch auf die abgelaufene Spielzeit zurück. „Das war eine Saison, in der wir uns wie in einem Jo-Jo gefühlt haben“, so Frank. „Nach einem guten Start sind wir als Team – und auch jede einzelne Spielerin – immer wieder durch ein Tal marschiert, um aber auch schnell wieder herauszukommen.“ Beispiele dafür seien die klare Niederlage vor Weihnachten gegen Münster und dann wenige Tage nach Weihnachten der wichtige 3:0 Sieg in Erfurt gewesen, oder aber im Januar die Niederlage gegen Aachen und danach der Sensationssieg in Dresden. „Das Spiel dort beschreibt unsere Saison sehr gut. Im ersten Satz haben wir gemerkt, dass wir mitspielen können und haben diesen dann auch gewonnen. Dann wussten wir das Dresden kommen würde und waren darauf eingestellt. Dann haben wir richtig eine auf die Fresse bekommen und zu sechs verloren“, erinnert sich Frank. „Das einzige einstellige Ergebnis in einem Satz für uns in dieser Saison. Doch danach sind wir umso stärker zurückgekommen und haben beim großen DSC gewonnen“, freut sich Frank noch heute über diesen Coup. Für die kommende Saison hat Frank ein klares Ziel für sein Team ausgegeben. „Wir wissen jetzt, dass wir in der Liga mithalten können. Aber wir standen in vielen Spielen mit zu viel Respekt auf dem Feld. Auch ich selbst. Das müssen wir ändern und in der kommenden Saison noch mutiger agieren.“

Anruf vom Nationaltrainer

Grund dazu haben die Spielerinnen und Verantwortlichen von NawaRo allemal, denn der eingeschlagene Weg Talente zu entwickeln fruchtet und wird auch in ganz Volleyball Deutschland mit Interesse verfolgt. So wird NawaRo zwar die eine oder andere Spielerin an Liga-Konkurrenten verlieren, darf sich aber auch über Auszeichnungen freuen. So hat Nationaltrainer Felix Koslowski ein Auge auf Mittelblockerin Celin Stöhr Auge geworfen für die Nationalmannschaft. Gut möglich, dass Stöhr die erste Nationalspielerin aus den Reihen von NawaRo wird. Mit beiden Spielerinnen laufen derzeit die Verhandlungen über eine Verlängerung des Engagements in Straubing. „Beide haben mehrere Optionen“, so Managerin Ingrid Senft. „Ich denke aber, unsere Chancen sind nicht schlecht, dass wir Celin in Straubing halten können“, ist die Managerin zuversichtlich.