Starke Leistung und goldenes Händchen zur rechten Zeit

NAWARO

Es war ein denkwürdiges Spiel, das NawaRo Straubing in der 1. Volleyball Bundesliga der Frauen am Samstagnachmittag beim VCO Berlin bot. Die ersten beiden Sätze dominierte der Tabellenzehnte aus Niederbayern (25:17, 25:18). Danach riss der Faden, Berlin konterte (15:25) und war im vierten Satz auch auf der Siegerstraße, doch dann wechselte Benedikt Frank mit Franziska Liebschner und Julia Wenzel den Sieg für NawaRo ein (25:17). Beide Spielerinnen sorgten durch ihre Aufschläge für ein starkes Finish von Straubing.

In den ersten beiden Sätzen startete NawaRo Straubing hoch konzentriert und konnte sich unterstützt von sehr guten Aufschlägen immer schnell vom VCO Berlin absetzen. Auch in der Annahme und im Angriff agierte NawaRo sehr clever, so dass der Ausfall von Kapitän Danica Markovic im Außenangriff nicht ins Gewicht fiel. „Wir haben in den ersten zwei Durchgängen einfach toll gespielt“, freute sich Straubings Coach Benedikt Frank nach dem Match über die Leistung in den ersten beiden Sätzen. Die Sätze verliefen dabei ähnlich. Nach einer schnellen Führung kamen die jungen Berlinerinnen immer wieder heran, doch angeführt von Mittelblockerin Celin Stöhr und Diagonalspielerin Lena Große Scharmann, die erneut beste Spielerin der Partie wurde, konnte sich NawaRo wieder schnell absetzen. Bezeichnenderweise beendete Große Scharmann den ersten Satz mit einem wuchtigen Angriff und den zweiten Satz durch ein Aufschlag-Ass (25:17, 25:18).

Der dritte Satz begann, wie der zweite aufgehört hatte. Ein direkter Aufschlagpunkt besorgte die Führung (1:0). Doch diesmal blieb der VCO dran und witterte seine Chance. Die Berlinerinnen konnten auch eine zwischenzeitliche 7:4 Führung von NawaRo ausgleichen, begünstigt durch vermeidbare Fehler auf Straubinger Seite. So drehte sich das Spiel. Berlin war nun am Drücker und die Sorgenfalten auf Coach Franks Stirn wurden größer. „In dieser Phase haben wir den Faden verloren. Da hat irgendwie nichts mehr so geklappt wie davor.“ Die Annahme kam nicht mehr so stabil, wie in den ersten beiden Sätzen und auch im Angriff sowie im Aufschlag fehlte der nötige Druck. Die Folge war ein klarer Satzerfolg für die Berlinerinnen (15:25).

Im vierten Satz folgte für beide Coaches eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Zu Beginn zog NawaRo schnell davon (4:0), doch bereits bei der ersten technischen Auszeit lagen die Straubingerinnen wieder zurück (7:8). Beim Stand von 7:10 fasste Frank eine mutige Entscheidung. Für die nicht top spielende Frauke Neuhaus brachte er FTSV-Eigengewächs Franziska Liebschner, die in der dieser Saison noch kaum Spielanteile hatte. Liebschner agierte von Beginn an konzentriert und kam beim Stand von 12:15 zum Aufschlag. An der Grundlinie erwischte die Außenangreiferin einen sehr guten Tag und drehte den Spielstand zu Gunsten von NawaRo (19:15). Denn nach ihren guten Aufschlägen konnte Berlin im Angriff keinen Druck aufbauen und NawaRo seinerseits einen Breakpunkt nach dem anderen erzielen. Von dieser Aufschlagsserie erholten sich die Berlinerinnen nicht mehr und letztlich war es Julia Wenzel vorbehalten das Spiel zum Ende zu führen.  Sie war extra für den Aufschlag eingewechselt worden. Ein Ass brachte den ersten Matchball (24:17). Diesen konnte Lena Große Scharmann nutzen, die nach einem langen Ballwechsel schließlich den Schlusspunkt der Partie setzte.

Große Scharmann wurde nach der Partie von Berlins Trainer Manuel Hartmann zur MVP der Partie gekürt. Das völlig zu Recht, da sie zum vierten Saisonsieg von NawaRo sensationelle 29 Punkte beisteuerte. Lob verdiente sich auch die Mittelblockerinnen Celin Stöhr, die mit insgesamt elf Punkten (davon fünf Blockpunkte) gemeinsam mit Lisa Izquierdo zweitbeste Scorerin bei NawaRo wurde. Am Ende zeigte sich Coach Benedikt Frank versöhnt mit seinem Team: „Gewonnen ist gewonnen“, so der Coach. „Solche Spiele musst du einfach gewinnen.“ Ein Sonderlob bekam Franziska Liebschner von ihrem Coach: „Franzi hat das Ding heute gedreht. Ein riesen Lob an sie. Sie hat nach ihrer Einwechslung fast keinen Fehler gemacht. Wir sind alle sehr stolz, dass wir das gepackt haben.“

Bezogen auf die Saison ist Frank stolz auf sein junges Team. „Wir haben jetzt 13 Punkte und sind auf einem sehr guten Weg zum sportlichen Klassenerhalt“, erklärt Frank. Dieser ist am Wochenende deutlich nähergekommen, denn Verfolger Erfurt unterlag zu Hause gegen Stuttgart mit 1:3 und hat jetzt vier Punkte Rückstand auf NawaRo. „Wir bewegen uns auf einem sehr guten Weg und haben unseren zehnten Platz gefestigt. Das ist eine tolle Geschichte“, freut sich Frank. Auf dem NawaRo-Weg wartet in zwei Wochen eine ganz besondere Station. Die Roten Raben Vilsbiburg kommen am 2. März zum Niederbayern-Derby in die turmair Volleyballarena. Tickets für dieses Saison-Highlight im Straubinger Volleyball gibt es an den lokalen Vorverkaufsstellen und im Online-Ticket-Shop von NawaRo auf www.nawaro-straubing.de.