Erste sportliche Weichenstellung bei NawaRo Straubing - INTERVIEW

NAWARO

Der Volleyball Bundesligist NawaRo Straubing und Trainer Benedikt Frank setzen für die kommende Saison auf Bewährtes und verlängern den Vertrag um eine weitere Spielzeit.

„Wir haben in Straubing gemeinsam in den vergangenen drei Jahren etwas Großes aufgebaut“, erklärt Trainer Benedikt Frank. „Wir wollten uns mit jungen Talenten in der 1. Volleyball Bundesliga etablieren. Das ist uns gelungen. Deshalb ist die Arbeit, die wir hier geleistet haben, aller Ehren wert und dieses Projekt möchte ich gerne weiterführen.“ Auch Managerin Ingrid Senft sieht in einer weiteren Zusammenarbeit den konsequenten Schritt. „Es ist toll, was wir gemeinsam mit Bene in den vergangenen Jahren hier als Team geschafft haben. Darauf wollen wir in der kommenden Saison aufbauen, was aufgrund der Entwicklungen der vergangenen Wochen eine extreme Herausforderung wird. Wir werden noch mehr auf Talente setzen müssen. Und das ist Benes Stärke.“ Für Frank war ein weiteres Engagement bei NawaRo nach einigen Überlegungen über die Zukunft letztlich der richtige Schritt. „Es war letztlich nur eine Frage der Zeit bis zur Verlängerung, da ich hier in Straubing alles habe, was man benötigt um junge Talente mit Entwicklungspotenzial entscheiden weiter zu entwickeln.“

Die Kaderplanung stellt in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen eine besondere Herausforderung statt und findet derzeit vor allem via Telefon und Videotelefonie statt. „Probetrainings sind derzeit nicht möglich, so dass wir uns auf die Talentlage der Vorsaison verlassen und auf unsere Netzwerke zählen müssen“, so Frank. Entscheidend beeinflussen wird die Kaderplanung auch die Entwicklung des Etats. „Hier ist es im Moment schwierig eine Prognose zu abzugeben. Wir verstehen, dass die Unternehmer sich intern erst mal sortieren müssen und bauen aber darauf, dass sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten weiter mithelfen, den Bundesliga-Standort zu sichern.“

 

Interview mit dem Coach

Diese Woche hat Volleyball Bundesligist NawaRo Straubing mit Coach Benedikt Frank verlängert. Im Interview erklärt Frank nicht nur, warum er weiterhin in Straubing arbeiten wird, sondern gibt auch einen Einblick in die aktuelle Arbeit in Zeiten von Corona und seine Sicht auf die Dinge die derzeit in der Gesellschaft und im Sport passieren.

 

Was waren die Gründe für dich, dass du bei NawaRo verlängert hast?

Benedikt Frank: Wir haben hier in Straubing etwas Großes aufgebaut und in den drei Jahren, die ich da bin eine klare Konzeption verfolgt. Wir wollten mit jungen perspektivreichen Talenten den Weg in die 1. Bundesliga schaffen und uns dort etablieren. Das ist uns gelungen. Deshalb ist die Arbeit, die wir hier gemeinsam geleistet haben aller Ehren wert und dieses Projekt möchte ich gerne weiterführen. Ich fühle mich hier in Straubing unfassbar wohl. Ich habe hier alles, um junge Talente auszubilden, um zu arbeiten in dieser Konzeption. Ich bin ganz ehrlich, die Emotionen, die in der Halle immer wieder rüberkommen von Fans, Spielern und Sponsoren, den Unterstützern, das ist es, was es mir hier so einfach macht zu arbeiten. Deswegen war es eine Frage der Zeit, bis wir verlängern. Ich hoffe, dass nächstes Jahr überhaupt eine Bundesliga-Saison stattfindet und wir unseren Fans wieder so ein Spektakel liefern können.

 

Wie läuft das Leben als Trainer aktuell ab, so ganz ohne Spielerinnen in der Halle?

Frank: Das ist ganz spannend. Ich habe ganz viele Gespräche mit anderen Trainern und unserem Trainer-Staff. Außerdem plane ich natürlich unseren neuen Kader. Das ist gerade ein bisschen schwierig, da die wirtschaftlichen Folgen nicht absehbar sind. Hier ist viel Geduld gefragt. Dennoch gibt’s auch jeden Tag Gespräche. Ich kümmere mich aber auch um Sachen, die liegen geblieben sind, wie den Ausbau meines Vans, etwas mehr Ordnung in der Wohnung zu schaffen oder aber sich mehr Zeit für meinen Hund zu nehmen.

 

Schmerzt es noch, dass ihr die Playoffs nicht spielen durftet?

Frank: Das schmerzt schon sehr. Das ist eigentlich die Belohnung, die man sich abholen hätte können. Das tut schon richtig weh. Wir hätten zwar gegen einen sehr harten Gegner gespielt und wohl nur zwei oder drei Spiele gehabt. Da wollten wir noch einmal alles reinlegen Wir hatten so richtig Lust drauf und die Trainingsplanung war voll darauf ausgerichtet. Das ist schon schade, dass das wir das nicht dürfen, denn das ist die Belohnung für alle Spielerinnen, Trainer, den ganzen Verein und die Fans.

 

Wie kann sich ein Volleyballprofi aktuell fit halten?

Das ist relativ einfach. Wir schicken Athletik-Pläne raus. Auch in einer kleinen Wohnung kann man viel machen. In Frankreich ist einer auf seinem Balkon 600 Mal hin und hergelaufen und hat so einen Marathon geschafft. Es gibt Möglichkeiten sich fit zu halten. Man hat über das Internet so viele Möglichkeiten, sich zu Hause mit selbst gebauten Krafttrainingsmitteln fit zu halten.

 

Wie könnt ihr als Trainerteam sie dabei unterstützen?

Wir schreiben Pläne, wir stellen uns für Fragen zur Verfügung und geben immer wieder Anregungen für das Heimtraining. Mehr können wir aktuell nicht tun.

 

Wie findet die Kaderplanung in Zeiten von Corona statt? Persönliche Treffen sind derzeit ja nicht möglich.

Das läuft alles über Telefon und Videotelefonie, über Online-Verhandlungen bzw. telefonische Verhandlungen ohne das man sich sieht. Schade ist, dass wir keine Probetrainings machen können. Deshalb müssen wir uns leider auf die Talentlage von davor schauen und die Netzwerke nutzen, die man hat.

 

Kann man Stand jetzt schon von Zielen für die neue Saison sprechen?

Frank: Natürlich nicht. Wir haben noch keine Mannschaft beisammen und wissen auch noch nicht was wirklich passiert. Dann muss man jetzt erst mal aufpassen, was in den nächsten Monaten passiert und wie sich alles zusammenstellt. Dann kann man sehen, ob man sich über Ziele unterhält. Klar ist, wir wollen wieder ein junges entwicklungsfähiges Team aufstellen. Über Ziele zu sprechen wäre zu früh. Wir müssen schauen, wie wir unsere wirtschaftlichen Folgen gut in den Griff bekommen und wann wir überhaupt wieder in der Halle arbeiten dürfen, denn das spezifische Arbeiten mit dem Ball findet derzeit nicht statt. Insofern können wir auch gar nicht absehen, was im August, September oder Oktober passiert.

 

Wie hältst du Kontakt zu deinen Eltern?

Mit meiner Familie halte ich gut Kontakt. Wir telefonieren häufiger oder nutzen die Video-Telefonie. Wir halten uns klar an die Regeln und unterstützen uns so gut es geht gegenseitig. Ich bin momentan sehr froh, dass weder meine Familie noch Freunde direkt vom Corona Virus betroffen sind.

 

Wer sind für dich aktuell die großen Helden der Zeit?

Die größten Helden sind die, die freiwillig für das Gesundheitssystem arbeiten. Dazu die Pfleger und Bediensteten in den Krankenhäusern, die dort Tag und Nacht arbeiten müssen. Helden sind für mich auch die Politiker, die klare und sinnvolle Entscheidungen treffen und auch treffen müssen. Die haben eine hohe Verantwortung zu tragen. Aber am allermeisten sind für mich die Helden, die, die sich für kein Geld und für nichts solidarisch für die komplette Menschheit zeigen. Das ist eigentlich unser aller Weg, den wir alle zeigen müssen, damit wir aus dieser Krise wieder schnell herauskommen.

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